Betriebsbeschreibung

Leitbild

Wir betreiben biologischen Gemüsebau und Landwirtschaft aus Überzeugung und Berufung. Betrieblicher Schwerpunkt ist der breitgefächerte Feingemüsebau, die Mutterschafhaltung dient vornehmlich der innerbetrieblichen Humuserhaltung und Nutzung der Gründüngungsflächen.
Die Tiere sind aber auch gefühlsmäßig integraler Bestandteil des Betriebes und sprechen bei Betriebsführungen nicht nur die Kinder emotional an.
Seit 2002 sind wir Ausbildungsbetrieb für GärtnerInnen der Fachrichtung Gemüsebau mit derzeit drei Auszubildenden.
Aus prinzipiellen Erwägungen setzen wir seit mehreren Jahren nur noch Bioland-Ackerbohnen/Erbsenschrot aus der Region als Stickstoff-Zusatzdünger für die Starkzehrenden Gemüsekulturen ein.

Betriebsleitung

Betriebsleiter Karl Ohmes im Gewächshaus zwischen den Tomatenpflanzen
Betriebsleiter Karl Ohmes

Betriebsgemeinschaft in Form einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts aus:
Andreas Backfisch (Gärtnermeister, Jg. 1972, verheiratet, 3 Kinder)
Karl Ohmes (Diplom Agrar-Ingenieur, 56 Jg. 1957, ledig)

Anbau

  • 4 ha Freilandgemüsebau – zu 100% mit Tropfschläuchen bewässerbar
  • 3200 qm Folienhäuser (kalt)
  • 290qm heizbare Jungpflanzenanzuchtfläche
  • 130 qm Jungpflanzenabhärtung
  • 7 ha Weiden und Streuobst-wiesen
  • 25 Mutterschafe zur Fleischproduktion
  • Die Böden bewegen sich zwischen 60 und 80 Bodenpunkten und sind zu 60% hängig
  • Lößlehme, z.T aber auch Auenlehme und Bundsandsteinverwitterung
  • mittlere jährliche Niederschlag beträgt 680 mm, die Jahresdurchschnittstemperatur 8,7°C

Betriebliche Schwerpunkte

  • Anbau von frisch zu vermarktendem Gemüse von März bis Mitte November
  • Im Winter stehen Lagergemüse aus dem Kühllager (Sellerie, Rote Bete, Steckrüben, Kopfkohl, Chinakohl), Kürbisse aus dem Warmlager sowie Feldsalat/Postelein und Kräuter aus den Folienhäusern für die Vermarktung zur Verfügung

Kulturspektrum im Freiland

  • Salate (Kopf-, Eis- und bunte Salate)
  • Radieschen
  • Petersilie, Schnittlauch, Dill, Bohnenkraut
  • Mediterrane Kräuter: Rosmarin, Thymian, Estragon, Salbei, Oregano und Minze
  • Mangold, Rote Bete
  • Zucchini und Fenchel
  • Rot-, Weiß-, Rosen-, China- und Grünkohl
  • Kohlrabi
  • Lauchzwiebeln, Porree, Knoblauch
  • Buschbohnen
  • Rhabarber und Erdbeeren

Streuobstanbau

Tafeläpfel, Birnen und Zwetschgen für die Abokistenvermarktung, im Angebot schwankend je nach Jahr


Kulturspektrum in den Folienhäusern

  • Frühkulturen: Salate, Radieschen, Kohlrabi, Lauchzwiebeln, Mangold, Petersilie, Schnitt-lauch, Dill, Rucola
  • Hauptkulturen: Tomaten, Mini- und Schlangengurken, Paprika, Auberginen, Stangenbohnen, Basilikum, Petersilie, Schnittlauch, Dill, Rucola
  • Nachkulturen: Feldsalat, Petersilie, Schnittlauch, Rucola

Jungpflanzenanzucht

Von Anfang Februar an werden die meisten Jungpflanzen selbst gezogen. Dazu steht ein 290qm großer Doppelfolientunnel mit Gasgebläseheizung zur Verfügung. Die Anzucht erfolgt größtenteils im Quickpotsystem bzw. in Töpfen. Außerdem stehen zwei 130qm große Abhärtungstunnel zur Verfügung.

Wir verdeln selbst - Tomaten, Auberginen und Gurken.

Fruchtfolge und Düngung

  • Besonderes Augenmerk gilt der Aufrechterhaltung und Verbesserung unserer Boden-fruchtbarkeit und der Vermeidung fruchtfolgebedingter Krankheiten und Schädlinge.
  • Hoher Gründüngungsanteil (Kleegras, Leguminosengemenge, Winterroggen), Getreideanbau und eine der Pflanzenfamilie angepassten weiten Stellung der einzelnen Fruchtfolgeglieder

Arbeitskräfte

Neben den zwei Betriebsleitern arbeiten zwei Auszubildende und in der Saison (Februar bis Mitte November) 7-8 Gärtnerinnen in Vollzeit sowie ein Fahrer auf dem Betrieb mit. In der Saison arbeiten je nach Nachfrage auch weitere PraktikantInnen im Betrieb.

Betriebliche Gebäude

In der Gärtnerei selbst stehen uns eine Scheune mit Gemüselager, Büro- und Aufenthaltsraum zur Verfügung. Die Aufbereitung des Gemüses erfolgt vor Ort auf unserem Waschtisch.
In ca. 300m Entfernung an der Gartestrasse nutzen wir bei unserem Lieferservice Lotta Karotta eine Halle für größere Reparaturen und die Lagerung von Gründüngungssaatgut, Ackerbohnenschrot etc..

Anbaumanage-ment und Dokumentation

Die Anbauplanung erfolgt beetgenau über eine selbstentwickelte Excel-Anwendung. Alle wesentli-chen Kulturdaten werden hierin erfasst und fließen in die nächste Anbauplanung ein. Die Einhaltung der Fruchtfolge erfolgt hierüber ebenso wie die Humusbilanzierung und die Dokumentation aller durchgeführter Dünge- Pflege- und Pflanzenschutzmaßnahmen.
Aus der Anbauplanung leitet sich die Satzplanung, die Aussaatliste und der Pflanzplan ab.


Beratung und Fortbildung

Wir sind Mitglied im AK Ökogemüsebau in Hessen. Dadurch und auch über unseren Anbauverband Bioland stehen uns sowohl für den Anbau, die Organisation und Betriebswirtschaft wie auch die Vermarktung kompetente Berater zur Verfü-gung.
Genauso wichtig sind uns die eigene Fortbildung in allen gärtnerischen und unternehmerischen Bereichen. Durch den Besuch entsprechender Fachseminare, Feldtage etc. versuchen wir, unser Wissen in diesen Bereichen ständig zu erweitern.

Öffentlichkeits-arbeit, Führungen und Feldtage

Im Rahmen des bundesweiten gegenseitigen Austausches unter vor allem den Kräutergärtnern ver-anstalten wir in von Zeit zu Zeit Kräuterfeldtage. Die Universitäten Kassel-Witzenhausen und Göttingen sind mit verschiedenen Studentengruppen regelmäßig auf Exkursion bei uns.
Die kleinsten Besucher unseres Betriebes kommen vom Kindergarten Rittmarshausen. Im Februar ist Lämmerstreicheln angesagt. Übers Jahr findet sich immer wieder Leckereien wie Zuckererbsen, Erdbeeren oder Cocktailtomaten, die die Kinder zu uns auf den Betrieb locken. Diese Angebote werden von den KindergärtnerInnen in der Regel in Eigenregie durchgeführt.
In 2011 haben wir unseren ersten Sortentag für die Bingenheimer Saatgut AG durchgeführt.

Kooperationen

Die Winterfutterwerbung (Mahd und Pressen/Wickeln der Silageballen) erledigen Kollegen im Rahmen der Betriebshilfe für uns im Lohn.
Einige größere Maschinen und Schlepper können wir im Rahmen der Nachbarschaftshilfe bei unserem Kollegen Christoph Müller aus Etzenborn leihen. Von ihm bekommen wir auch Ackerbohnen und Roggen zur Gründüngungssaat und zum Schroten in Bioland-Qualität  - wenn wir kein eigenes angebaut haben.
Ggf. dann noch zusätzliche benötigte Maschinen und Dienstleistungen lassen wir durch den Maschinenring Göttingen erledigen.